4. April 2015

{Nicht gebloggt} Veränderungen?!?

Schon letzten Juni hatte Max ein Bewerbungsgespräch in Cupertino, CA. Sein Gefühl wie es gelaufen sei, war mal gut mal schlecht. Im November sollten konkret Stellen besetzt werden und erst dann wollte sich der mögliche neue Arbeitgeber bei ihm zurück melden.
Schon da schwankte mein Gefühl, ob ich ihm die Daumen drücken oder lieber hoffen soll, dass es nicht klappt.

Es wurde Herbst. Es wurde November. Er bekam keine Rückmeldung, auch nicht auf Nachfrage. Ich hatte das Thema neuer Job und den damit verbundenen Schritt vielleicht auszuwandern schon abgeschrieben.

Im Dezember ein paar Tage vor Weihnachten, bekam er doch eine Rückmeldung. Es sei Interesse da, aber die Bewerbungsrunde in Europa würde sich noch verzögern. Max schöpfte neue Hoffnung auf seinen Traumjob und ich war nur mässig begeistert, dachte ich doch das Thema wäre schon vom Tisch.

Im März wurde er dann zu einem Bewerbungsgespräch nach London eingeladen. So flog er kurzfristig für drei Tage allein nach England und wurde zwei Tage lang befragt und getestet. Es lief wohl sehr gut und Max schwebte auf Wolke 7. Besonders als sie sich wiedererwartend schon am gleichen Abend und nicht erst wie angekündigt nach 5 Tagen wieder bei ihm meldeten.

Das Intresse sei da und er solle noch mal zu weiteren Gesprächen nach Cupertino kommen. Er flog dann nur zwei Wochen später für 5 Tage nach Kalifornien. Leider konnten wir nicht mit, weil das Christkind keinen passenden Reisepass hatte.
Diesmal war der Aufenthalt mehr wie Urlaub. Nur einen Tag Details und Fragen geklärt, die restliche Zeit konnte er den Luxus im Hotel genießen und die Landschaft erkunden. Er schrieb mir, dass es sehr gut lief und schicke tolle Fotos vom Meer, die mich neidisch werden ließen.

Ab jetzt wurde alles konkreter: Gehaltsvorstellungen, Konditionen, Referenzen wurden geprüft und natürlich die ganzen Visa Vorbereitungen. Am ersten April wurde der Visa-Antrag verschickt und nun heißt es Abwarten. Denn davon hängt nun alles ab. Die Chancen stehen wohl etwa 1:3.

Ich schwanke täglich zwischen "ja, was für ein großes Abenteuer" und "nein, ich möchte das eigentlich gar nicht". Natürlich ist es eine riesen Chance für Max. Was kann man sich in seinem Arbeitsbereich mehr wünschen als ein Job bei Apple. Und ich möchte auch wirklich, dass er diese Chance nutzen kann. Aber ob dass das richtige für das Christkind und mich ist, weiß ich nicht.
Ich hänge an unserer Familie, möchte dort nichts verpassen. Denn eine Autostunde entfernt zu sein ist immer noch etwas ganz anderes als 12 Stunden Flugzeit. Natürlich ist man in Zeiten von Internet, Fotostream und Videotelefonie eigentlich doch immer nah dran und einen Teil der Familie sehen wir auch jetzt nur selten trotz der kurzen Distanz. Aber jetzt kann man eben doch mal schnell hinfahren. Mein Papa kommt öfter mal auf einen Kaffee vorbei, wenn er in der Nähe ist und das ist wirklich schön.

Bis jetzt weiß nur eine Handvoll Menschen bescheid über unsere Auswanderungspläne. Ich war erstaunt über die Reaktionen. Die meisten sagen, was für eine tolle Chance und das sie uns gerne mal Besuchen kommen möchten. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass sie sagen, dass sie uns dann doch vermissen werden und wir lieber bleiben sollen... naja, das kam dann meist auch noch.

Ich bin unschlüssig und habe Angst, dass ich die Familie zu sehr vermisse und dort keinen Anschluss finde. Denn im Gegensatz zu Max bin ich nicht jemand der sofort auf neue Menschen zu geht und werde auch nicht gleich so integriert sein wie er durch seine Arbeit. Hinzukommt die Sprachbarriere und die andere Kultur...

Aber naja, ich habe versucht, das Ganze erstmal nicht zu nah an mich herankommen zu lassen. Aber das ist natürlich auch nicht wirklich möglich. Ich habe schon mal kurz nach Wohnungen geguckt und einen Schock bei den Mietpreisen im Silicon Valley bekommen.

Ich hoffe das wir schnell eine Antwort bekommen bezüglich des Visas. Das kann bis Ende Juni dauern wenn wir Pech haben. Nichts für einen Planer wie mich.
Und falls das klappt, bleibt auch nicht viel Zeit, bis es dann im Oktober in den USA losgehen würde. Nicht gerade viel Zeit um alles zu organisieren. Aber jetzt heißt es erstmal abwarten und Tee trinken.

1 Kommentar:

  1. Ich lese gerade eure spannende Auswanderungsgeschichte. Kann deine Gefühle übrigens gut nachvollziehen. Was für Außenstehende erstmal spannend klingt, ist für einen selbst dann doch ganz anders. Es hängen ja eine Menge Emotionen, Pläne und Lebensgefühle ab. Aber nichts ist für die Dauer und wer weiß was in ein paar Jahren ist. In meinem Pekip ist eine Mami, die mit ihrem Mann vor einigen Jahren nach Norwegen ausgewandert ist. Nach dem ersten Kind sind sie wieder zurück nach Deutschland und ihr Mann hat hier einen ebenso guten Job bei einer bekannten Firma bekommen.

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