5. Februar 2015

Schreck am Mittag

Oh man, was für ein Tag. Es fing schon vor dem ersten Kaffee. Das Christkind warf ein Teelichtglas auf die Fliesen und ich musste die Scherben aufkehren noch vor dem Frühstück. 

Den ganzen Vormittag hatte er nur Quatsch im Kopf und fand es sehr lustig alles Möglich anzulecken bzw. in den Mund zu stecken. Meine Schuhe, den Klodeckel, Papier aus dem Papierkorb... Natürlich hat er vorher immer "Nein, nein!" gesagt und schelmisch gegrinst. Er weiß also schon sehr genau, dass das nicht ok ist. Hmm, ich dachte solche Spielchen erwarten uns erst später ;)

Wir haben zu Mittag gegessen und ich wollte das Christkind ins Bett bringen.  Dann passierte es. Ein unaufmerksamer Augenblick und das Christkind stürzte sich Kopf über aus unserem Bett. Ich seh ihn noch fallen & auf den Boden aufprallen :(
Er schreit verständlicherweise wie am Spieß und sofort ist sein ganzer Mund voll mit Blut. Oh man, war mir schlecht! Von meinem schlechten Gewissen gar nicht zu reden :(

Er beruhigte sich aber zum Glück einigermaßen schnell, es blutete weniger, nur seine Oberlippe schwoll an.
Erstmal habe ich kopflos den Mann angerufen, der diese Woche nicht zu Hause ist. Kurz beraten was ich jetzt tun soll, da der Kinderarzt unglücklicherweise gerade Mittagspause hatte.
Als der erste Schock überwunden war, musste ich kurz ein paar Tränen vergießen und konnte dann auch wieder klar denken. 

Weil das Christkind aber nicht mehr schrie und so müde und erschöpft war, dass er augenblicklich in der Trage einschlief, habe ich entschieden abzuwarten und um 15Uhr zu unserem Kinderarzt zu fahren.

Ich war sehr froh, dass meine Lieblingsnachbarin da war. So bin ich erstmal zu ihr rüber. Sie beruhigte mich etwas, machte mir Cappuccino und sorgte für Ablenkung. 
Das Christkind wachte auf und war auch sofort so fröhlich & vergnügt wie ich es von ihm gewohnt bin. Er alberte mit Meganne herum und steckte konzentriert Centmünzen in ein kleines Sparschwein. 

Um 15Uhr waren wir dann noch kurz beim Kinderarzt und kamen sogar sehr schnell dran. Er wurde kurz untersucht: Kopf, Zähne und Lippenbändchen sind in Ordnung. Ich soll ihn noch die nächsten 48 Stunden beobachten. Aber ich denke er ist mit einer dicken Lippe und wir beide mit einem riesigen Schrecken davon gekommen. 

Wir haben gerade vor dem einschlafen noch extra viel gekuschelt und herumgealbert. Jetzt schläft er friedlich neben mir. 
Mein armes kleines Baby! Ich habe ihn ausnahmsweise überschätzt und er musste darunter leiden. Schlechtes Gewissen bleibt wohl erstmal und ab jetzt bleibt er nicht mal mehr für eine Sekunde allein auf dem Bett...

Das Christkind ist 1 Jahr, 2 Monate, 1 Wochen und 5 Tage alt.

Kommentare:

  1. Oh man du arme. Das kenne ich allzu gut. Mein Sohn ist mir einmal kopfüber aus dem buggy gehüpft mit gerade mal 13 Monaten während ich nach den Gurten geangelt habe. Musste an der Stirn genäht werden und hatte die Nase ganz aufgeschürft. Da wird mir immer noch schlecht,auch 1,5 Jahre später. Deinem Sohn geht es zum Glück gut! Wir sind auch nur Menschen. ..

    Ach und das lecken könnte auf neue Zähne hindeuten!

    LG
    Mo

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  2. Danke für deinen aufmunternden Kommentar. Ja, da hatten wir wohl mehr Glück als ihr.
    Das mit den Zähnen könnte stimmen, er sabbert auch wieder mehr ;)

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  3. och ich finde gar nicht dass es bei euch weniger schlimm war! Blut ist Blut egal wo es raus kommt. und du fühlst dich garantiert nicht weniger mies als ich damals ... letztendlich müssen wir den Fehler einstecken und weiter machen.... es gibt sicher noch mehr Blut in den nächsten Jahren. ..

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  4. Da brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben, so was passiert immer mal wieder.
    Ist ja nicht schlimmes passiert und die süssen kleinen Zähnchensind auch noch da.
    Veronika

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