31. Januar 2014

Geburtstag vom Christkind

Jetzt ist unser Sohn schon 9 Wochen alt und endlich will ich mal den Geburtstag von unserem Christkind hier festhalten. Mit Baby kommt man wirklich fast zu nichts mehr, das hatte ich nicht gedacht ;)

Das ist wohl mein längster und persönlichster Eintrag. Aber besonders im Rückblick war es für mich, nach einer traumhaften und komplikationslosen Schwangerschaft, ein perfekter Abschluss und ein wunderschöner Start als kleine Familie ♥

Am 24.11. bin ich mal wieder früh aufgewacht und konnte ab 7 Uhr nicht mehr schlafen. Wie auch schon an den Tagen zuvor hatte ich vormittags immer mal wieder leichte Übungswehen. Ich habe noch mal die Wohnung aufgeräumt, geputzt und den Mann genötigt die Dusche zu schrubben. Falls das Christkind sich in den nächsten Tagen auf den Weg macht, wollte ich eine saubere Wohnung haben wenn alle zum Baby gucken kommen ;)
Die Verwandtschaft fragte immer mal wieder nach dem Stand der Dinge und schickte Tipps, für eine baldige Geburt.

Gegen vier Uhr sind Max und ich trotz nasskaltem Novemberwetters in den Park spazieren gegangen. Dort haben wir noch gespaßt, was wäre, wenn jetzt die Fruchtblase platzt. Auf den Rückweg musste ich schon ein zwei Mal stehen bleiben, weil der Bauch so hart wurde, aber da dachte ich noch nicht, dass das Christkind wirklich heute kommen möchte.
Wieder zu Hause hatte ich gegen 17 Uhr erste echte Wehen und diese auch gleich sehr regelmäßig. Max hat uns Brötchen zubereitet und meinte irgendwann, ob wir nicht zumindest mal die Kliniktasche fertig packen sollten. Die Wehen kamen da schon regelmäßig alle 10 Minuten.

Ich wollte auf keinen Fall zu früh ins Krankenhaus, aber dann waren die Wehen schon so heftig, dass wir uns doch auf den Weg gemacht haben. Auto fahren und Wehen sind keine angenehme Kombination. Nach einer gefühlt endlosen Fahrt haben wir dann sogar einen Parkplatz direkt vor der Uni Klinik bekommen.

Als wir gegen 19 Uhr mit der Autoschale im Kreißsaal ankamen, meinte die Hebamme wir seien ja sehr optimistisch und in welchem Abstand die Wehen kämen. Max antwortete: "So ungefähr alle 10-15 Minuten." Daraufhin schaute sie uns nach dem Motto "Was wollen Sie dann schon hier!?" an. Die Wehen kamen da allerdings schon alle fünf Minuten.

Zuerst wurde ein CTG geschrieben, welches weniger Wehen-Aktivität aufzeichnete als den Tag zuvor, obwohl die Kontraktionen viel heftiger waren. Mir wurde ein Zugang gelegt und die Vorstellung, dass jetzt die ganze Zeit eine Nadel in meiner Hand steckt, war für mich furchtbarer als die Wehen. Danach war mir klar, dass eine PDA wohl nix für mich ist ;)
Wir brachten unsere Sachen auf ein Stationszimmer und dort habe ich zu Max gesagt, dass das Christkind wohl ein Einzelkind bleibt.









Bis 21 Uhr sind wir die Flure entlang geschlichen und dann wurde nochmal ein CTG geschrieben. Diesmal auch mit aufgezeichneten Wehen. Lustig war, als Max immer meinte: "Jetzt kommt wieder eine, oder?". Als wenn ich es nicht gemerkt hätte.
Durch das Liegen kamen die Wehen jetzt schneller und heftiger. Die Hebamme bot mir an zur Entspannung ein Bad zu nehmen. Auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte wie ich unter Wehen in die Wanne steigen sollte, stimmte ich dem Vorschlag zu.

Max machte noch ein letztes Foto vom meinem Babybauch. Danach ging es in die riesige Badewanne. Das erwies sich als super Idee, die Wehenabstände fühlten sich länger an und die Wehen waren viel erträglicher.
Als eine neue Hebamme zur Untersuchung kam war der Muttermund bei 5-6cm und ich dachte: "So, die Hälfte ist geschafft!".

Eine halbe Stunde später hatte ich schon das Gefühl mitpressen zu müssen und wir klingelten die Hebamme herbei. Sie meinte erst, dass wäre normal. Aber dann blieb Sie eine Wehe lang bei uns und tastete noch mal nach dem Muttermund. Dieser war nun 9cm geöffnet und wenn ich keine Wassergeburt wollte, müsste ich jetzt aus dem Wasser raus. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir aber nicht mehr vorstellen, wie ich es schaffen sollte aus der Wanne zu klettern. Deshalb kam alles anders als geplant und es wurde doch eine Wassergeburt.

Eine Ärztin kam dazu, die Wärmelampe über der Wickelstation wurde angemacht und nun wurde ich doch nervös, weil es so unerwartet schnell ging. Die Wehen und der Druck nach unten wurden immer stärker, aber ich hab mich zuerst nicht getraut genug mitzupressen. Ab da kann ich mich nur noch verschwommen erinnern. Zwei oder drei Mal sollte ich noch die Position wechseln und um 23:36 war er plötzlich da! Lag warm und weich im meinem Arm und schaute mich an ♥

Max hat dann die Nabelschnur durchgeschnitten und ich hab in Erinnerung, dass ich direkt aus der Wanne musste. Max meint aber das wir dort noch eine Weile im Wasser waren.
Der stolze Papa durfte unser mit Käseschmiere bedecktes Baby halten und war hinterher auch damit beschmiert :) In der Zwischenzeit stieg ich mit Hilfe von Hebamme und Ärztin aus der Badewanne und wir gingen gemeinsam zurück in den Kreissaal. Dort wurden meine Geburtswunden vernäht und das empfand ich trotz Betäubung schlimmer als die Geburt selbst, da ich jetzt nicht mehr so abgelenkt war.

Wir konnten ein paar Stunden allein und in aller Ruhe unseren perfekten Sohn bewundern und bekuscheln. Irgendwann kam die Hebamme wieder und hat mir beim ersten Anlegen geholfen. Das Christkind hat direkt gierig getrunken und von Anfang an so toll gesaugt wie ein kleiner Profi :)
Anschließend wurde er gewogen und vermessen. Geburtsgewicht: 3300g, 51cm lang und 35cm Kopfumfang. Max musste zum ersten Mal wickeln und das Christkind bekam ein Krankenhaus-Outfit angezogen.

Bis etwa halb 7 haben wir noch auf den Kinderarzt, in dem mittlerweile unerträglich heißen Kreissaal, gewartet. Das Christkind bekam von Max seine eigenen Sachen angezogen, die schon zu klein ausgewählt waren und dann sind wir zu dritt nach Hause gefahren ♥

Kommentare:

  1. Der Kleine ist Euch wirklich sehr gut gelungen und ich kann mir ein Leben ohne Ihn schon nicht mehr vorstellen ;)
    Veronika

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  2. Wirklich eine Traumgeburt! Ich kann Dir versichern, dass ich auch bei jeder Geburt gedacht habe: "Das tu ich mir freiwillig nicht noch mal an!". Und dann sind es doch 5 Jungs geworden. Denn das Prolaktin beim Stillen macht vergesslich und sorgt für das "rosarote-Brille-Syndrom". Du siehst also im Nachhinein alles in rosigem Licht und das ist auch gut so. Sonst hätten die Frauen seit Jahrtausenden nur ein Kind bekommen. Die Natur sorgt schon ganz vorzüglich für die Arterhaltung.
    Übrigens haben auch frische Väter einen hohen Prolaktin-Spiegel, der für heftiges Verlieben ins Baby sorgt.

    Es grüßt und drückt Euch

    Oma Regina

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